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Pragmatismus

1950

Wie können wir das nennen, und wie passt das auf unsere heutige Generation? Wäre es weit hergeholt, wenn ich über Utilitarismus1 in der Religion rede? Ein zweckdienliches Christentum? Über einen nützlichen Gott? Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass die bestimmende Philosophie unserer Tage Pragmatismus ist. Pragmatismus bedeutet, wenn es funktioniert, ist es wahr, und wenn es Erfolg hat, dann ist es gut. Und der Prüfstein für alle Übungen, alle Prinzipien, alle Wahrheit und alle sogenannte Lehre ist: Funktioniert es? Funktionieren sie?

Nach dem Pragmatismus beurteilt sind einige der größten Fehlschläge der Jahrtausende einige der Männer, die Gott am meisten geehrt hat.

Zum Beispiel Noah, obwohl er ein wirklich guter Schiffbauer war, war seine eigentliche Berufung nicht Schiffbau, sondern Predigen. Er war ein Totalausfall als Prediger. Seine Frau und drei Kinder und deren Frauen war alles, was er vorweisen konnte. Sieben Bekehrte in 120 Jahren kann man kaum als effektiv bezeichnen. Die meisten Missionsgesellschaften hätten die Missionare lange vorher zurückgerufen. Als Schiffbauer machte er seinen Job richtig gut, aber als Prediger war er ein Fehlschlag.

Und wenn wir die Jahre weiter lang laufen, kommen wir zu einem anderen Mann namens Jeremia. Er war ein sehr effektiver Prediger, aber sehr wenig effektiv, was die Ergebnisse betrifft. Wenn man statistisch messen würde, wie erfolgreich Jeremia war, würde er wahrscheinlich ein hohes Ergebnis bekommen. Denn wir sehen, dass er es sich mit dem Volk verdorben hat, er hat es sich mit dem Königshaus verscherzt, und auch die ministerielle Gesellschaft stimmte gegen ihn und wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Alles ging daneben bei ihm. Der einzige, den er anscheinend zufriedenzustellen konnte, war Gott. Aber sonst war er ein kompletter Fehlschlag.

Und kommen wir zu einer anderen sehr bekannten Person, dem Herrn Jesus Christus, der gemessen an jedem Maßstab ein Fehlschlag war. Er hatte niemals Erfolg darin, eine Kirche oder Denomination zu organisieren. Er konnte keine Schule bauen. Er konnte keine Missionsgesellschaft gründen. Es wurde niemals ein Buch von ihm gedruckt. Er war niemals in der Lage, eines der vielen Kriterien oder Instrumente zu erfüllen, die wir so nützlich finden. Ich bin nicht im mindestens sarkastisch, sie sind nützlich. Und unser Herr predigte drei Jahre lang, heilte tausende von Menschen, gab tausenden Menschen essen, und dann waren es nur 120 bis 500, denen er sich nach seiner Auferstehung offenbaren konnte. Und an dem Tag, an dem er gefangengenommen wurde, sagte ein Mann „Wenn alle anderen dich verlassen, ich bin bereit, für dich zu sterben.“ Er sah diesen an und sagte: „Petrus, du kennst dein eigenes Herz nicht. Du wirst mich dreimal verleugnen, bevor der Hahn an diesem Morgen kräht.“ Also verließen ihn alle Männer und flohen. Gemessen an jedem Maßstab unserer Generation, war unser Herr ein einziger Fehlschlag.

Die Frage stellt sich: Was ist der Maßstab für Erfolg, und wonach beurteilen wir unser Leben und unseren Dienst? Und die Frage, die du dir selbst stellen musst, ist: „Ist Gott das Ziel, oder ist er ein (Hilfs-)Mittel?“ Unsere Generation ist bereit, erfolgreiche Entscheidungen zu ehren. Solange sie Dinge erledigen können, oder eine Aufgabe erledigen können, dann ist unsere Generation bereit zu sagen: „Gut gemacht!“

Und so müssen wir uns ganz am Anfang unseres Dienstes und unserer Pilgerreise und unserem Wandel fragen: „Sind wir Leviten, die Gott dienen für zehn Schekel und ein Hemd? Menschen dienen, vielleicht im Namen Gottes, statt Gott zu dienen.“ Denn obwohl er ein Levit war und religiöse Aktivitäten durchgeführt hat, suchte er nach einem Platz. Einem Platz, der ihm Anerkennung geben würde, ein Platz, der ihm Annahme geben würde, ein Platz, der ihm Sicherheit geben würde, ein Platz, an dem er glänzen konnte hinsichtlich der Werte, die ihm wichtig waren. Sein ganzes Geschäft war, in religiösen Aktivitäten zu dienen, also musste es ein religiöser Job sein. Er war sehr froh, als er bei Micha eine offene Stelle fand. Aber er hatte entschieden, dass er zehn Schekel und ein Hemd wert war, und er war bereit, sich an jeden zu verkaufen, der ihm so viel geben würde. Wenn jemand vorbei käme und mehr geben würde, dann würde er sich an den verkaufen. Aber er gab sich einen Wert und er glaubte, sein religiöser Dienst und seine Aktivitäten wären nur ein Mittel zum Zweck, und ebenso war Gott auch nur ein Mittel zum Zweck.

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