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Ehrfurcht vor dem Leben

1950

Albert Schweitzer, ein guter Mann der von derzeitigen wirren Denkern bewundert wird, lebte seit Jahren im Kongo in Afrika. Er war ein brillanter Mann; ein Philosoph, Arzt, Musiker und Komponist. Aber man sollte ihn nie einen Christ nennen. Denn er sieht keine Bedeutung, die Christus für seine Philosophie oder sein Leben haben könnte. Dr. Schweitzer ist Humanist.

Ein beliebter Sport von Belgischen Regierungsbeamten, die exzellente Scharfschützen waren, war um Krokodile vom Deck eines Bootes auf dem Kongo Fluss zu schießen. Sie zählten sie anhand von Knoten in Schnüren, die sie an den Gewehrlauf banden, damit sie sehen konnten, wie viele Krokodile sie getötet hatten. Schweitzer war mit Recht über diesen revoltierenden Sport entsetzt. Er sah es als eine unglaubliche Verschwendung von Leben an. Und dort war es, dass Dr. Schweitzer die Essenz seiner Philosophie entwickelte. Es waren vier Worte: Ehrfurcht vor dem Leben. Krokodil-Leben…menschliches Leben…und andere Arten von Leben. Dr. Schweitzer war so überzeugt von seiner Ehrfurcht vor dem Leben, dass er sein Operationsbesteck nicht mehr sterilisieren mochte. Er hatte das schmutzigste Operationsbesteck in Afrika. Bakterien sind Leben, und müssen nicht vernichtet werden.

Georg Kline, ein Veteran Missionar von der Südafrikanischen General-Mission, lebte ungefähr 60 km von Dr. Schweitzers Station. Georg war ein guter Organist und konnte auch Orgeln reparieren. Er wurde von Dr. Schweitzer gebeten zu seiner Station zu kommen, um sich sein kaputtes Harmonium (ein Geschenk von einem Freund in Deutschland) anzuschauen.

„George, kannst du mein Harmonium reparieren?“

Er antwortete: „Lass es uns probieren.“

Er nahm die Rückseite ab, und zu seiner großen Überraschung entdeckte er ein riesiges Nest mit Kakerlaken. Mit charakteristischem amerikanischen Eifer fing George an, alle Kakerlaken totzutreten, damit auch keine entkäme. Und der gute Doktor kam heraus, in einer geraderen Körperhaltung als sonst, und wütend rief er: „HÖR SOFORT AUF!“

Georg sagte: „Warum? Die ruinieren dein Harmonium.“

Schweitzer sagte: „Das ist in Ordnung, sie folgen nur ihrer Natur. Du kannst sie nicht töten.“

Einer der Angestellten kam und sagte: „Es ist in Ordnung, Herr Kline.“

Und er fasste hinunter und hob die Kakerlaken zärtlich hoch, packte sie in eine Tüte, verschloss das obere Ende, nachdem er jede einzelne Kakerlake hineingetan hatte, und trug sie hinaus in den Dschungel und ließ sie wieder frei.

Hier war ein Mann, der an seine Philosophie glaubte, Ehrfurcht vor dem Leben. Er war ihr VOLLKOMMEN HINGEGEBEN, VÖLLIG KONSEQUENT, selbst wenn es nur um eine Kakerlake oder Mikrobe ging. Das ist Humanismus, das ist Konsequenz.

JETZT FRAGE ICH DICH: WAS IST DIE PHILOSOPHIE DER MISSIONSARBEIT? WAS IST DIE PHILOSOPHIE DES EVANGELISIERENS? WAS IST DIE PHILOSOPHIE EINES CHRISTEN?

Wenn Du mich fragst, warum ich nach Afrika gegangen bin, dann vor allem deshalb, um Gottes Gerechtigkeit zu vergrößern. Ich dachte, es sei falsch für jeden, in die Hölle zu gehen ohne eine Chance, gerettet zu werden. Also ging ich, um armen Sündern eine Chance zu geben, in den Himmel zu kommen. Ich habe das nicht in so viele Worte verpackt, aber wenn man analysiert, was ich gerade gesagt habe, was ist es dann? Es ist Humanismus. Ich habe die Gaben Jesu Christi als ein Mittel verwendet, um die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern, die in Not und Elend litten. Und als ich nach Afrika ging, entdeckte ich, dass sie keine armen, unwissenden kleinen Heiden waren, die durch die Wälder rannten und jemanden suchten, der ihnen erklärte, wie sie in den Himmel kommen. Sondern sie waren MONSTER DER UNGERECHTIGKEIT! Sie lebten in äußerster und vollkommener Missachtung von viel mehr Wissen über Gott als ich mir jemals hätte träumen lassen, dass sie hätten. Sie verdienten die Hölle! Weil sie sich aufs Äußerste weigerten, im Licht ihres Gewissens zu wandeln, und im Licht des Gesetzes, das auf ihre Herzen geschrieben war, und des Zeugnisses der Schöpfung und der Wahrheit, die sie kannten!

Und als ich das herausfand, war ich so wütend auf Gott, dass ich an einem Punkt im Gebet ihm sagte, als was für eine Unverschämtheit ich diese Aufgabe empfand, die er mir hier gegeben hatte, indem er mich ausgesandt hatte, Menschen zu erreichen, die darauf warteten, dass man ihnen sagte, wie sie in den Himmel kommen. Als ich dorthin kam, fand ich heraus, dass sie vom Himmel wussten, aber dass sie dort gar nicht hin wollten, und dass sie ihre Sünde liebten und in ihr bleiben wollten.

Ich ging dorthin, motiviert vom Humanismus. Ich hatte Bilder von Leprakranken gesehen, Bilder von Geschwüren, Bilder von Begräbnissen von Eingeborenen, und ich wollte nicht, dass meine Mitmenschen auf ewig in der Hölle leiden mussten, nach einem so elenden Leben hier auf der Erde. Aber es war dort in Afrika, wo Gott anfing, DURCH DIESEN ÜBERZUG AUS HUMANISMUS HINDURCH zuschneiden! Und es war an diesem Tag in meinem Schlafzimmer, mit der verschlossenen Tür, dass ich mit Gott rang. Denn hier war ich, versuchte damit klarzukommen, dass die Menschen, von denen ich dachte, sie seien unwissend und suchten jemanden, der ihnen sagte, wie sie in den Himmel kommen sollten, sich einfach keine Zeit nahmen, um mit mir oder irgendjemand sonst darüber zu sprechen. Sie hatten kein Interesse an der Bibel, und kein Interesse an Jesus Christus, und liebten ihre Sünde und wollten darin bleiben. Es war hier, wo ich das alles für eine Schande und blanken Hohn hielt, mich verraten und verkauft fühlte und nur noch heimgehen wollte.

Dort alleine stand ich Gott gegenüber, und brachte aufrichtig das vor ihn, was ich im Herzen fühlte. Und es war mir, als hörte ich ihn sagen: „Ja, wird nicht der Richter der ganzen Erde Recht üben? Die Heiden sind verloren und gehen in die Hölle, aber nicht, weil sie das Evangelium nicht gehört haben. Sie fahren in die Hölle, weil sie Sünder sind, DIE IHRE SÜNDE LIEBEN. Und weil sie die Hölle verdienen! ABER…ich habe dich nicht um ihretwillen ausgesandt, nicht für sie!“ Und ich hörte so klar, wie ich immer höre, obwohl es keine körperliche Stimme war, sondern das Echo der Wahrheit der Ewigkeit, die ihren Weg in ein offenes Herz findet. Ich hörte Gott in meinem Herzen etwas wie dieses sagen: „Ich habe dich nicht nach Afrika geschickt um der Heiden willen, ich habe Dich dorthin geschickt um meinetwillen. Sie verdienen die Hölle! Aber ICH LIEBE SIE! UND ICH HABE DIE TODESQUALEN DER HÖLLE FÜR SIE ERTRAGEN! ICH HABE DICH NICHT UM IHRETWILLEN GESANDT! ICH HABE DICH FÜR MICH GESANDT! VERDIENE ICH NICHT DEN LOHN FÜR MEINE LEIDEN? VERDIENE ICH NICHT DIE, FÜR DIE ICH STARB?”

Ich war dort nicht um der Heiden willen. Ich war dort um des Heilands willen, der die Todesqualen der Hölle für mich ertragen hat, die Er nicht verdiente. Aber Er verdiente sie, die Heiden. Denn Er starb für sie. Meine Augen öffneten sich. Ich arbeitete nicht länger für Micha für zehn Schekel und ein Kleid, sondern ich diente dem lebendigen Gott!

Seht ihr es? Lasst mich das verkörpern, lasst mich das zusammenfassen: Christsein heißt: „Das Ziel allen Seins ist die Verherrlichung Gottes“. Humanismus sagt: „Das Ziel allen Seins ist das Glück des Menschen“.

Das eine wurde in der Hölle geboren, die Vergöttlichung des Menschen; das andere wurde im Himmel geboren, die Verherrlichung Gottes! Das eine ist ein Levit, der Micha dient, das andere ist ein Herz, das es nicht wert ist, dem lebendigen Gott zu dienen, weil das die höchste Ehre im Universum ist.

JesuLebenZusammen.com