Öffne deine Fensterläden!

17/9/2007

Ein neunjähriger Junge stellte einmal in einem Wohnzimmer in einer Zusammenkunft, an der einige erwachsene Christen und mehrere Kinder teilnahmen, diese Frage:

„Das Leben scheint ein Haufen von Details zu sein. Man wacht auf. Man frühstückt. Man arbeitet an Mathe. Dann arbeitet man an etwas anderem. Dann spielt man ein bisschen, und dann ist es Zeit fürs Mittagessen. Am Nachmittag lernt man noch ein bisschen, und dann geht man in die Bibliothek und holt etwas im Laden. Man kommt nach Hause, packt die Einkäufe aus und macht sich fürs Abendessen fertig. Einige andere Leute kommen zum Essen vorbei, und dann ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Und dann fängt alles wieder von vorne an. Wie lernt man Gott in all dem kennen?“

Hier ist die Antwort eines Erwachsenen:

Habt ihr jemals den Vers gehört, in dem es heißt: „Wenn ein Same nicht zu Boden fällt und stirbt, bleibt er allein, aber wenn er stirbt, bringt er viel Frucht“? Wenn dieser Same nicht auseinanderfällt, bis er nicht mehr zu erkennen ist, ist das alles, was er je sein wird - nur ein Same.

Man kann einen Apfelkern nehmen und ihn in ein Regal legen. Er wird dort für immer und ewig liegen bleiben, aber er wird immer allein sein. Daraus wird nie ein Apfel entstehen. Er ist nicht wirklich lebendig. Er hat die Fähigkeit, zu einem lebenden Baum zu werden, aber solange er als Kern in einem Regal bleibt, ist er nutzlos. ABER wenn man diesen Samen in der Erde vergräbt und ihn durch Feuchtigkeit, Wärme und Regen aufbrechen lässt, dann kann das Leben, das immer schon in ihm war, beginnen, herauszukommen.

In der Heiligen Schrift sagt uns Gott, dass das Leben so ist. Du bist so etwas wie ein Samenkorn. Du musst aufgespalten werden! Das bedeutet, deinem Egoismus zu sterben und dein Leben Gott hinzugeben. Wie ein Samenkorn, das auf den Boden fällt, muss man sterben, bevor es Leben geben kann.

Nehmen wir an, es ist Dienstag, und du wachst morgens auf. Du wirst zu Hause unterrichtet, also gehst du nicht zur Schule. Was geht dir als Erstes durch den Kopf? Ist dein erster Gedanke: „Was werden wir heute tun? Was gibt es zum Frühstück? Wann werde ich spielen können? Ich soll bis Mittag mit Mathe fertig sein. Das kann ich machen! Mal sehen, heute Abend gibt‘s Volleyball...”

Ist es das, was dir durch den Kopf geht - Spaß haben, Dinge tun und die anderen Details des Lebens? ODER beginnt dein Tag damit, dass du absichtlich beschließt, Gott zu bitten: „Heute ist ein weiterer Tag, an dem ich dich kennen lerne. Bitte zeige Dich mir durch die Umstände meines Lebens. Bitte zeige mir auch, wer ich bin. Ich möchte, dass sich dieser Tag um Dich dreht - nicht nur um ‚Zeug‘, sondern um Dich. Hilf mir, Dich zu sehen. Hilf mir, etwas Neues über Dich zu lernen. Hilf mir zu verstehen, welche Gedanken oder Haltungen ich loswerden kann, damit ich Dich besser kennenlerne.“

JETZT hast du deinen Tag richtig begonnen! Sich Gott zu nähern, bedeutet nicht unbedingt, dass du deine Aktivitäten während des Tages ändern musst. Es bedeutet aber, dass du während dieser Aktivitäten über Gott nachdenkst, anstatt nur an dich selbst und an das, was du gerade denken willst.

Nehmen wir also an, dein Tag hat begonnen, und es ist Zeit zum Frühstück. Teilst du deine eine Mahlzeit mit Gott, oder isst du sie einfach irgendwie – „Hey, mein Lieblingsmüsli!“ - und machst dann mit der nächsten Sache weiter? Du kannst Gott sogar während des Frühstücks einbeziehen, indem du dankbar bist. „Cocoa Puffs sind wirklich cool! Danke, Gott!“ Du kannst dein Herz für Ihn aufbrechen, oder du kannst allein bleiben, wie dieser Samen im Regal.

Den ganzen Tag wirst du entweder allein sein, oder du wirst mit Jemand anderem zusammen sein. Das gilt nicht nur für einen Tag, sondern für den Rest deines Lebens. Allein oder mit Jemandem? Triff die richtige Entscheidung, und du kannst ein Bewusstsein von Gott haben, das wächst, und wächst, und wächst.

OK, das Frühstück ist vorbei. Jetzt ist es 9 Uhr morgens und Zeit, an Mathe zu arbeiten. Du hast noch eine Menge Rechenaufgaben zu erledigen. Wie ist deine Haltung? Gott interessiert sich dafür. Deine Einstellung zu Mathe ist Ihm wichtig. Wirst du faul sein? Wenn du in Mathe faul bist, dann übst du dich darin, ein fauler Mensch zu sein. Du wirst wahrscheinlich auch ziemlich faul sein, dich Gott zu nähern.

Was kannst du also bei dieser schweren Matheaufgabe tun? Sprich mit Gott darüber! „Ich habe gerade taggeträumt. Gott, so will ich nicht sein. Ich will fleißig in Mathe sein. Meine Mutter will, dass ich diese Arbeit mache. Bitte hilf mir! Du siehst, wie mein Herz ist. Ich will nicht so ein Mensch sein. Bitte hilf mir stattdessen, ein harter Arbeiter zu sein. Hilf mir, durch Mathe zu lernen, was für ein Mensch ich sein soll.“ Bei Mathe geht es also nicht nur um das Addieren von Zahlen, oder? Und der „Samen“ deines Lebens wird vor Gott aufbrechen!

Du bist mit deiner Arbeit fertig, und du darfst eine Weile spielen. Du gehst nach draußen zu anderen Kindern, die einen Frisbee werfen. Du bist in deinem Spiel vertieft. Es ist in Ordnung, sich zu amüsieren. Aber sind deine Augen offen? Bist du allein, wirklich allein, obwohl andere Menschen um dich herum sind und obwohl Gott überall ist? Oder bist du dir der Dinge bewusst, die sich außerhalb von dir selbst abspielen? Würde es dir auffallen, wenn einer deiner Freunde ein bisschen traurig wirkt? Irgendwie scheinen sie bekümmert zu sein. Würdest du denken: „Ich frage mich, ob sie heute in Mathe nicht sehr gut abgeschnitten haben. Ich frage mich, ob ihr Gewissen sich ein wenig schuldig fühlt. Oder könnten sie wegen etwas anderem besorgt sein?”

Deine Augen können auf die Menschen um dich herum gerichtet sein, und du kannst dich um sie kümmern. Du wirfst ihnen nicht einfach einen Frisbee zu, damit sie ihn dir zurückwerfen können. Sie sind nicht einfach wie Roboter, die darauf programmiert sind, mit dir zu spielen. Für dich sind sie echte Menschen. Du hast die Gelegenheit, ihnen in die Augen zu schauen und dich um sie zu kümmern - und dich auch um Gott zu kümmern. Das kann den ganzen Tag über deine Einstellung sein. Es ist deine Wahl. Wirst du allein sein oder öffnest du dein Herz für Gott und die Menschen um dich herum?

Der Rest deines Tages ist genauso. Nimm jede Aktivität hinzu, die als Nächstes kommt. Entweder bist du ein Geber mit offenen Augen, oder du bist ein Nehmer mit geschlossenen Augen. Wer ein Nehmer ist, sieht die Welt um sich herum nicht wirklich. Sehe ich Debbie, wie sie mir einen Teller mit Essen bringt, oder sehe ich nur einen Teller mit Essen zu mir kommen? Verbinde ich mich mit einer Person, oder bekomme ich nur etwas oder mache ich etwas? Was geschieht in meinen Gedanken und in meinem Herzen?

Die Beschreibung von jemandem, der auf dem falschen Weg ist, oder noch nicht in die richtige Richtung begonnen hat, ist, dass er allein bleibt. Du kannst allein sein, genau jetzt, mitten in einem Raum voller Menschen. Du kannst zurückgezogen sein und die Fensterläden deines Herzens geschlossen halten - wie wenn du die Jalousien in deinem Haus zuziehst. Du kannst ganz verschlossen sein, genau wie ein Haus. Du bist nicht wirklich offen für Gott oder für die Menschen um dich herum.

Beschreibt dich der letzte Absatz? Dann ist es deine Aufgabe, diese Fensterläden zu öffnen. Reiße sie auf! ÖFFNE dein Herz Gott gegenüber. ÖFFNE dein Herz für andere Menschen. Übernimm Verantwortung für die Dinge in deinem Charakter, die Gott nicht ähnlich sind. Entschuldige dich. Tue Buße. Bemühe dich, es besser zu machen. Bitte Gott um Hilfe. Bitte diejenigen, die mit dir arbeiten, um Hilfe. „Ich bin etwas schlampig in dieser Sache. Könnt ihr mir helfen? Ich weiß, dass Gott nicht so schlampig ist wie ich. Seht ihr meine Handschrift? Seht ihr, wie ich meine Arbeit tue? Wie kann das besser werden? Ich weiß, dass Gott ein Gott der Ordnung ist. Ich weiß, dass ich ein Kind des Chaos bin. Himmel und Erde sind sich hier nicht einig! Was ist los?”

Du kannst um Hilfe bitten, weil du wie Gott sein willst. Du willst nicht nur ein ordentliches Papier einreichen, um Smiley-Gesichter oder Sterne darauf zu bekommen. Wem sind die Smiley-Gesichter und Sterne wichtig? Was zählt, ist das, was in dir passiert. Wirst du auf deine Art und Weise und in deinen Einstellungen und Reaktionen wie Gott, oder wirst du nicht wie Gott?

Zwei Kinder können genau gleich aussehen. Beide dürfen zwei Stunden lang Fußball spielen. Aber das eine Kind spielte Fußball mit Gott und anderen Menschen, während das andere Kind allein mit „Robotern“ in einer toten, leeren Welt Fußball spielte. Der Unterschied liegt im Inneren des Herzens - und nicht in den Aktivitäten, die draußen stattfinden.

Natürlich ist es manchmal richtig, sich völlig von all der Geschäftigkeit zurückzuziehen und einfach mit Gott allein zu sein. Dafür ist Zeit. Aber sich Gott zu nähern, ist nicht wie ein Lichtschalter, den man aus- oder einschalten kann. „Ich habe gebetet, aber jetzt spiele ich Fußball.“ Nein, wir bleiben den ganzen Tag mit offenen Augen bei Gott. Wir wollen sehen, was Er tut, und wissen, was Er denkt.

Erinnert ihr euch an die Zeit, als König David mit seiner Armee unterwegs war und ein Mann anfing, schlimme Dinge über ihn zu schreien und Steine und Erde auf ihn zu werfen? Die Soldaten fragten: „Willst du, dass wir den Kerl umbringen? Wir werden uns sofort um ihn kümmern.“ Aber David sagte: „Nein! Ich frage mich nur, ob Gott nicht vielleicht versucht, mir mitzuteilen, dass Er unzufrieden mit mir ist. Ich habe einfach dieses Gefühl.“ Davids Augen waren offen! Er sah nicht nur einen Mann, der Steine nach ihm warf. David hörte bei jeder Gelegenheit auf Gott. „Ich habe eine Idee, einen Hinweis, dass dies Gott sein könnte, der meine Aufmerksamkeit möchte“. So hat er es gesehen.

Dasselbe Ereignis hätte ganz anders ausgehen können. „Ein gemeiner Kerl hat heute Steine nach mir geworfen, also habe ich ihn von meiner Armee töten lassen.“ Genau das hätte König Saul getan. Er hätte sich nicht einmal gefragt, ob Gott irgendwie beteiligt war. Man hätte Saul nie sagen hören: „Ich frage mich, ob das Gott ist, der versucht, meine Aufmerksamkeit zu erregen“. Das wäre Saul nie in den Sinn gekommen. Er war nicht wie David. Er war kein geistlicher Mensch. Er blieb allein.

Ihr könnt Spaß haben. Das ist ein Teil von Gottes Herz - laufen, hüpfen, spielen und lachen. Aber nicht auf egoistische, egozentrische Weise, mit geschlossenen Augen und mit der ganzen Welt, die sich um dich dreht. Ich weiß nicht, wie ich diesen Teil besser erklären kann. Manche Menschen leben so, als ob die Fensterläden vollständig um sie herum geschlossen wären. Sie sind ganz allein in einem Raum voller Menschen. Ihre Herzen sind weder Gott noch anderen Menschen gegenüber offen. Der Weg, Gott zu kennen, hat damit zu tun, dass man sein Herz öffnet und seine Sorgen und Ablenkungen und Ängste loslässt, damit man sich Ihm nähern kann.

Du wirst schlechte Dinge an dir selbst sehen, wenn deine Augen offen sind. Aber über diese Dinge kannst du reden, wenn du dich zu Ihm wendest und Ihn um Verzeihung bittest. Du kannst Ihn um Hilfe mit diesen Dingen bitten. Gleichzeitig wirst du auch Dinge an Ihm sehen, die dein Herz berühren und dich beflügeln werden!

Wenn deine Augen weit geöffnet sind, dann kannst du Gott nahe kommen, während du Vögel in deinem Wissenschaftsbuch studierst! Vielleicht lernen die meisten Schülerinnen und Schüler nur, was Kardinäle essen und wie weit Gänse fliegen. Sie bemerken nur die Fakten auf der Seite wegen dem, wer sie im Inneren sind. Ihre Fensterläden sind geschlossen. Vielleicht lernen sie die Fakten und bekommen eine Eins für ihre Hausarbeiten. Vielleicht lernen sie sogar, ordentlich zu schreiben. Aber nichts davon hat für sie wirklich etwas mit Gott zu tun. Sie reichen Gott überhaupt nicht die Hand. Ihre Herzen sind verschlossen.

Ihr könnt jetzt anfangen, euch Gott zu nähern, auch mit neun Jahren. Später, wenn ihr wirklich wiedergeboren seid, werden die Dinge einfacher werden. Aber selbst jetzt belohnt Gott „diejenigen, die Ihn eifrig suchen“. Das sagt Er in Hebräer 11. Er segnet diejenigen, die sich Ihm mit Leidenschaft nähern wollen. Ich vermute, dass die meisten von euch eure Tage nicht auf diese Weise leben. Vielleicht wacht ihr morgens nicht auf und denkt an „Abba, Vater“ und wollt Ihn kennen lernen. Vielleicht seid ihr nicht darauf konzentriert, dass ihr euch verändern wollt. Das ist wahrscheinlich nicht das, was ihr normalerweise im Kopf habt. Aber das muss es sein, wenn ihr so werden wollt, wie Gott euch wirklich haben will.

Gott hat einen GROSSEN Traum für dich. Gib dich nicht einfach mit einem kleinen Teil des Traums zufrieden. Er hat GROSSE Pläne für dein Leben. Aber Er wird Seinen Traum nur den Menschen geben, die Ihn wollen. Wie Jesus sagte, sind die Menschen, die empfangen, diejenigen, die „klopfen und immer wieder klopfen und bitten und immer wieder bitten“. Gib dich nicht mit einem kleinen Vorgeschmack zufrieden. „Ja, ich hatte einmal ein schlechtes Gewissen wegen etwas, also habe ich es in Ordnung gebracht“. Nein, sich Gott zu nähern ist entweder WIE DU LEBST, oder es ist nur eine kleine Sache, die man hin und wieder macht.

Gott wird merken, was dir wichtig ist. Wenn Gottes Traum, Gottes Königreich und Gott selbst das sind, was dir wichtig ist, wirst du belohnt werden. Wenn nicht, wird Er dich ganz allein in deiner eigenen kleinen Welt mit geschlossenen Fensterläden sitzen lassen. Gott wird diese Fensterläden nicht für dich öffnen. Er wird dich einladen, sie zu öffnen. Gott möchte, dass du die Welt siehst, die Er da draußen geschaffen hat - damit du Ihn KENNEN kannst.

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