Rohes Potenzial

10/11/1988

Unschuld ist ein Wort, das ein kleines Baby, ein Kind beschreibt. Unschuld bedeutet nicht „makellos“, und es bedeutet sicherlich nicht „gut“. Unschuld bedeutet „vollgepackt mit Potenzial“. Eine Person mit Unschuld ist nicht das, was man per Definition als „gut“ bezeichnen würde, sondern vielmehr voll von Potenzial. Es ist wie ein Stein auf einem Felsvorsprung. Es gibt potenzielle Energie, die eine kinetische Energie befähigt, und mit einem kleinen Schubs wird sie fallen. Der Abstand von der Spitze der Klippe zum Boden ist die potentielle Energie. Er bewegt sich nicht, und doch gibt es enorme Kraft mit einem Felsbrocken auf dem Felsvorsprung. Er bewegt sich nicht, er hat aber eine gewaltige Kraft. Eine kleine Berührung, und er kann sich überrollen und einen Lastwagen zerstören.

So ist es bei einem Baby oder einem Kleinkind. Sie sind „unschuldig“. Sie sind latent, schwanger mit Kraft, aber nicht unbedingt zum Guten und nicht zum Bösen. Und genau hier kommt die Kindererziehung ins Spiel. Wir sind rechenschaftspflichtig und verantwortlich, dies in Richtung des Guten zur Ehre Gottes zu lenken. Wir sind Ersatzeltern. Wir ersetzen den Vater ihrer Geister für eine Weile. So wie sie empfangen werden... wie Gott sie in das Universum bringt... wie Er einen Atemzug Seiner Luft und Seines Geistes in den Mutterleib bläst - was einst eine chemische Situation war, wird nun zum Leben, ein Kind. Das ist ein Wunder Gottes. Unsere Verantwortung als Eltern besteht darin, diese Unschuld in das Leben mit ihrem wahren Vater zu kanalisieren.

Meine Tochter sagt oft zu mir: „Du bist mein zweitliebster Vati auf der ganzen Welt.“ Sie weiß, dass ihr wahrer Vater im Himmel ist. Sie sagte letzte Woche zu ihrer Mutter: „Du bist meine Lieblingsmami auf der ganzen Welt, aber Vati ist mein zweitliebster Vati.“ Wenn man es für bare Münze nimmt, weiß man vielleicht nicht, wie man das interpretieren soll. Aber was sie sagte, war, dass sie weiß, wer ihr vorübergehender Vater ist, ein Vater ihres Fleisches und wer ihr ewiger himmlischer Vater ist. Meine Aufgabe ist es, sie ihrem wahren Vater vollkommen in Christus zu präsentieren.

Wir sollen Kinder für Ihn erziehen, nicht nur „Kinder erziehen“. Das ist ein wichtiger Unterschied. Wir müssen uns einprägen, dass dies nicht nur eine normale Sache des Lebens ist. „Der Regen fällt auf die Gerechten und Ungerechten. Menschen werden schwanger, bekommen Babys und bekommen einen Job. Man hat diesen Kampf und jenen Kampf. Einige Menschen haben Migräne. Einige Leute haben Kinder. Einige Leute haben beides. So ist es nun mal.“ Auf keinen Fall! Es ist wirklich ein Segen und eine Absicht Gottes, ein Kind in die Welt zu bringen.

Ein Kind ist voller Potenzial, und wie Jesus sagte: „Wehe dem, durch den die Sünde kommt“. Die Sünde muss kommen, aber wehe, verflucht derjenige, durch den sie kommt. Jesus ist sich der latenten potentiellen Energie und Leben in jedem kleinen Kind bewusst. Er weiß um die Unschuld und das Potenzial, daher ist es eine ernste Angelegenheit, dass wir unsere Verantwortung, unsere Kinder für den König zu erziehen, BEDENKEN. Wir sind Gott gegenüber verantwortlich dafür, wie wir sie „erziehen“.

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