Opfert das Natürliche!
3/6/2001
Wenn Gott unsere Veranlagung verändert und uns mit sich Selbst erfüllt hat, wozu brauchen wir dann noch Disziplin? Warum ist „Selbstdisziplin” eine Frucht des Geistes, und warum „züchtigt“ der Vater „diejenigen, die Er liebt”? Warum „bedrängt uns die Sünde so leicht“, und warum müssen wir „unseren Körper züchtigen und ihn zum Sklaven machen“ und „die Glieder unseres Körpers als Werkzeuge der Gerechtigkeit anbieten“, während „der Geist und das Fleisch miteinander kämpfen“? Warum sollten wir „unsere Hand abhauen, wenn sie uns zur Sünde verleitet“???!!! Und doch spricht unser Herr in diesen Versen von etwas, das wir, wenn wir ehrlich sind, als sehr strenge Selbstdisziplin bezeichnen müssen – sogar bis hin zum Abhacken der rechten Hand und Ausstechen des Auges. Versuche nicht, dich selbst davon zu überzeugen, dass diese Schriftstellen und Lehren des Meisters für uns „auf dieser Seite der Gnade“ nicht gelten. Der Herr hat sich nicht geirrt! Der Grund für die Notwendigkeit der Disziplin ist, dass der Körper oft von der falschen Gesinnung, vom Fleisch, benutzt wurde – und wenn die neue Gesinnung, der Geist, in uns hineingesetzt wird, wird der alte physische Körper nicht weggenommen. Er bleibt da, damit ich ihn disziplinieren und in einen gehorsamen Diener der neuen Gesinnung verwandeln kann (siehe Röm. 6,19).
„Wenn deine rechte Hand dich zum Bösen verleitet, dann hack sie ab und wirf sie weg; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird.“ Was bedeutet das? Es bedeutet, dass du absolut konsequent sein musst, wenn es darum geht, die richtigen Dinge in dir selbst in Angriff zu nehmen, die nicht optimal sind. „Das Gute ist der Feind des Besten“ in jedem Menschen. Nicht das Schlechte, sondern das Gute, das nicht gut genug ist. Deine rechte Hand ist nichts Schlechtes; sie ist eines der besten Dinge, die du hast, aber Jesus sagt, wenn sie dich dazu bringt, in deiner geistlichen Entwicklung zu sündigen und dich daran hindert, Seinen Grundsätzen zu folgen, dann hack sie ab und wirf sie weg.
Jesus Christus hat die harte Wahrheit gesagt. Er war nie zweideutig. Und Er sagt, es ist besser, verstümmelt zu sein als verdammt, besser, in das Leben zu einzugehen, in den Augen der Menschen lahm und in den Augen Gottes liebenswert, als in den Augen der Menschen liebenswert und in den Augen Gottes lahm zu sein. (Es ist von vornherein ein verstümmeltes Leben, wie Jesus es in diesen Versen beschreibt; sonst sehen wir in den Augen anderer Menschen vielleicht ganz in Ordnung aus, sind aber in den Augen Gottes bemerkenswert verdreht und falsch.) Um es noch mal zu sagen: Jesus Christus sagt, es ist besser, verkrüppelt zu sein als verdammt. Und genauso ist es besser, in das Leben zu kommen, in den Augen der Menschen lahm und in den Augen Gottes liebenswert, – als in den Augen der Menschen liebenswert und in den Augen Gottes lahm zu sein.
Einer der Grundsätze der Lehre unseres Herrn, den wir nur langsam begreifen, ist, dass die einzige Grundlage des Geistlichen das OPFER DES NATÜRLICHEN ist. Das natürliche Leben ist weder moralisch noch unmoralisch. Ich mache es durch meine Entscheidungen moralisch oder unmoralisch – durch das, was ich herrschen lasse über meinen Verstand, meine Gefühle, meine Zuneigungen und Freundschaften, meine Augen, meine Wünsche, Träume und Ambitionen. Jesus lehrt, dass DAS NATÜRLICHE LEBEN ZUM OPFER BESTIMMT IST. Wir können es Gott als Geschenk darbringen, was DER EINZIGE WEG IST, ES GEISTLICH ZU MACHEN (siehe Röm 12,1-2). Genau daran scheiterte Adam: Er weigerte sich, das natürliche Leben zu opfern und es durch Gehorsam gegenüber Gottes Stimme geistlich zu machen. Infolgedessen beging er die Sünde, sich sein Recht anzumaßen. Wenn du geistlich sein willst, musst du das natürliche gegen das Geistliche eintauschen oder es in Zahlung geben; du musst es opfern. Wenn du sagst: „Ich will das natürliche nicht für das Geistliche opfern“, dann sagt Jesus, dass du das Geistliche opfern und verlieren musst. Das ist keine Strafe, sondern ein ewiges Prinzip.
Diese Art von Disziplin ist die strengste, die die Menschheit je erlebt hat. Es gibt nichts Heroischeres oder Größeres als ein Echtes Christliches Leben. Geistlichkeit ist keine süße Neigung zur Frömmigkeit bei Menschen, die nicht genug Leben in sich haben, um böse zu sein; Geistlichkeit ist das Besitzen des Lebens Gottes, das mächtig in Seiner Kraft ist, und Er wird das verdorbenste, verdrehteste, sündenbefleckte Leben geistlich machen, wenn man Ihm gehorcht. Gehorsam ist stark und heftig, und der Mann oder die Frau, die um Jesu Christi willen gehorsam sein wollen, haben ein herrlich hervorragendes Leben vor sich.
Wenn Jesus Christus unsere Einstellung auf wundersame Weise verändert hat, indem Er uns mit Seinem Leben erfüllt hat, müssen wir trotzdem unseren Körper mit der neuen Einstellung Gottes in uns und der „neuen Schöpfung” in Einklang bringen. Wir müssen uns jetzt Ihm, Seinen Wegen und Seiner Stimme hingeben, um die Fülle dieses „neuen Lebens” – „Ströme lebendigen Wassers” – zu entdecken und zu erleben. Wir können jetzt unseren Verstand dazu bringen, IN Ihm zu leben, anstatt einfach nur FÜR Ihn. Wir haben jetzt die Möglichkeit, unser Herz, unseren Verstand und unseren Körper Seiner Invasion der Liebe und Freiheit zu unterwerfen. Das ist die Freiheit zu LEBEN, keine Last, die wir tragen müssen. Seine Wege sind richtig, und Sein Ergebnis ist solide und vollkommen! Indem wir das Natürliche aufgeben und das kreuzigen, was die Welt (und sogar die bloß Religiösen) für akzeptabel hält, können wir die neue Gesinnung „zur Frömmigkeit“ „ausüben“. Vertraue dem Messias: Dies kann nur durch strenge Disziplin erreicht werden. „Wenn sogar deine rechte Hand“ – deine gute Hand, die für vieles Wertvolle eingesetzt wird – sich nicht unterwirft, ist es besser, in den Augen der Welt töricht und hässlich zu erscheinen, als ihr Schicksal zu erleiden oder deine höchste Bestimmung zu verlieren. Diese Disziplin, von der der Herr so eindringlich spricht, bedeutet, dass man um seines geistlichen Lebens willen auf viele Dinge verzichten muss. Wenn wir so leben, so anders als es der menschliche Verstand und die weltliche Liebe wollen, sagt die Welt, die uns kennt: „Wie absurd von euch, diese Hand abzuschneiden – was ist denn mit einer rechten Hand nicht in Ordnung?“, und sie werden uns als Fanatiker und Spinner bezeichnen. WENN MAN NIE EIN KOMISCHE KAUZ ODER FANATIKER GEWESEN IST, IST DAS EIN ZIEMLICH SICHERES ZEICHEN DAFÜR, DASS MAN NIE ERNSTHAFT BEGONNEN HAT, ÜBER DAS WAHRE LEBEN NACHZUDENKEN. Warum sollte man in diesem Punkt etwas vortäuschen? Gott weiß es, und wir berauben nur uns selbst, wenn wir nicht das Natürliche, sogar das „Gute“ für Ihn opfern.
Jesus sagt, wir müssen bereit sein, in den Augen anderer als beschränkte Narren angesehen zu werden, um unseren geistlichen Charakter weiterzuentwickeln. Wenn wir bereit sind, nur falsche Dinge für Jesus Christus aufzugeben, sollten wir niemals davon sprechen, dass wir Ihn lieben. Wir sagen: „Warum sollte ich das nicht? Es schadet doch nichts.“ Meine Güte, tu es – aber denk daran, dass der Aufbau eines geistlichen Charakters zum Scheitern verurteilt ist, wenn wir diesen Weg einschlagen. Jeder würde falsche Dinge aufgeben, wenn er wüsste, wie, aber sind wir bereit, das Beste, was wir haben, für Jesus Christus aufzugeben? Das einzige Recht, das Christen haben, ist das Recht, unsere Rechte aufzugeben.
Möge Gott mir helfen, und möge Er euch helfen, in spezifischer, praktischer und beobachtbarer Weise, die Er uns bald zuflüstern wird, auf Ihn zu reagieren.
OzzieC/mp