Auszüge aus „Liebt nicht die Welt“
18/3/2006
„Blosses Verstehen bewegt uns nie, allein die Offenbarung hat diese Kraft. Oh, dass Gott uns die Augen öffnen möge, damit wir klar sehen, was die Welt ist!“
—Watchman Nee, um 1939
Hinter den Ereignissen dieser Welt steht eine geistliche Kraft, die durch „die Dinge, die in der Welt sind“ versucht, die Menschen in ihr System zu verstricken. Die Heiligen Gottes müssen daher nicht nur gegen die Sünde auf der Hut sein, sondern auch gegen den Herrscher dieser Welt. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet also nicht: „Ist diese Sache gut oder böse?“ Vielmehr müssen wir fragen: „Wie wirkt sich diese Sache auf meine Beziehung zum Vater aus?“
*****
Die Welt ist alles, was ohne göttliches Wirken weiterbestehen kann, d. h. was aus sich selbst heraus weiterbestehen kann, ohne dass Gott durch bestimmte Handlungen dafür sorgen muss, dass es frisch bleibt. Alles, was zur menschlichen Natur gehört, besteht spontan weiter; alles, was zu Gott gehört, besteht nur so lange, wie Gottes Wirken andauert.
Die Gemeinde Gottes hört niemals auf, für ihren Erhalt vom Leben Gottes abhängig zu sein. Denn die Gemeinde hängt für ihre Existenz von einer unaufhörlichen Vermittlung von frischem Leben von Gott ab und kann ohne dieses keinen Tag überleben.
*****
Satan ist der persönliche Feind Christi. Er wirkt durch das Fleisch des Menschen, um das Muster oder System der Dinge auf der Erde zu schaffen, in das wir alle verwickelt sind; keiner von uns ist davon ausgenommen. Und dieses gesamte kosmische Muster steht in besonderem Widerspruch zu Gott dem Vater. Ich denke, wir alle wissen, wie die drei dunklen Mächte, die Welt, das Fleisch und der Teufel, den drei göttlichen Personen gegenüberstehen. Das Fleisch steht gegen den Heiligen Geist als Beistand, Satan selbst gegen Christus Jesus als Herrn und die Welt gegen den Vater als Schöpfer.
Was wir als Kosmos bezeichnen, steht immer im Gegensatz zu Gott als Vater und Urheber. Sein ewiger Plan in der Schöpfung, der in den Worten „Es war sehr gut“ angedeutet ist, ist ein Plan, an dem Er unermüdlich weiterarbeitet. Schon vor der Grundlegung der Welt hatte Er in Seinem Herzen beschlossen, auf Erden eine Ordnung zu schaffen, in der die Menschheit den Höhepunkt bilden und die den Charakter Seines Sohnes frei zum Ausdruck bringen sollte. Aber Satan griff ein. Er benutzte diese Erde als Sprungbrett und den Menschen als Werkzeug, um sich Gottes Schöpfung anzueignen und stattdessen etwas zu schaffen, das auf ihn selbst ausgerichtet war und sein eigenes Bild widerspiegelte. Somit war dieses fremde System eine direkte Herausforderung des göttlichen Plans.
So stehen wir heute vor zwei Welten, zwei Machtbereichen mit zwei völlig unterschiedlichen und gegensätzlichen Charakteren. Für mich geht es jetzt nicht mehr nur um einen zukünftigen Himmel und eine zukünftige Hölle, sondern um diese beiden Welten heute und darum, ob ich zu einer Ordnung gehöre, deren souveräner Herr Christus ist, oder zu einer gegensätzlichen Ordnung, deren effektiver Oberhaupt Satan ist.
Daher ist die Erlösung nicht in erster Linie eine persönliche Frage der Vergebung von Sünden oder der Vermeidung der Hölle. Sie ist vielmehr als ein System zu verstehen, aus dem wir herauskommen. Wenn ich erlöst bin, verlasse ich eine gesamte Welt und trete in eine andere ein. Ich bin nun aus diesem gesamten organisierten Reich erlöst, das Satan in Trotz gegen den Plan Gottes errichtet hat.
Dieser Bereich, dieser allumfassende Kosmos, hat viele seltsame Facetten. Die Sünde hat dort natürlich ihren vorrangigen Platz, ebenso wie weltliche Begierden; aber nicht weniger Teil davon sind unsere wertvolleren menschlichen Maßstäbe und Verhaltensweisen. Der menschliche Verstand, seine Kultur und seine Philosophien sind ebenso enthalten wie das Beste aus den sozialen und politischen Ideologien der Menschheit. Daneben sollten wir zweifellos auch die Weltreligionen einordnen, darunter auch jene bunten Vögel, das weltliche Christentum und seine „Weltkirche“. Wo immer die Macht des natürlichen Menschen herrscht, dort gibt es ein Element in diesem System, das unter der direkten Inspiration Satans steht.
Wenn das die Welt ist, was ist dann die Erlösung? Erlösung bedeutet, dass ich dem entfliehe. Ich gehe hinaus, ich verlasse diesen allumfassenden Kosmos. Ich gehöre nicht mehr zu Satans Weltordnung. Ich richte mein Herz auf das, worauf Gottes Herz gerichtet ist. Ich nehme mir Sein ewiges Ziel in Christus zum Ziel, und ich trete in dieses hinein und werde von jenem befreit.
Erlösung ist im Wesentlichen ein gegenwärtiges Entrinnen aus einer verdammten Ordnung, die Satan gehört. Sie betrifft unsere grundlegende Loslösung vom heutigen Weltsystem.
*****
Die Trennung ist das erste Prinzip des christlichen Lebens. Das bedeutet in der Praxis, dass wir alles, was von Gott ist, als kostbar bewahren und alles, was von Babylon ist, ablehnen und zurückweisen müssen.
Nicht nur böse Dinge, sondern alle Dinge, die uns so sanft von Gott wegziehen, sind Teile dieses Systems, das Ihm feindlich gegenübersteht.
*****
-LS, Nee